Spandau stärkt Kultur: Geförderte Projekte aus dem Fonds Dezentrale Kulturarbeit 2026
2026 konnte der Fachbereich Kultur Gelder für kulturelle Projekte vergeben – die Fördermittel werden mindestens einmal im Jahr ausgeschrieben.

Seit 2020 unterstützt der Bezirk Spandau künstlerische und kulturelle Projekte mit dem Fokus auf Kulturschaffung in dezentralen Räumen. Auch in diesem Jahr waren Fördermittel ausgeschrieben. Nun ist die Auswahl getroffen worden. 

Dr. Carola Brückner, Bezirksstadträtin für Kultur: „Wir freuen uns sehr, dass durch den Fonds für dezentrale Kulturarbeit die vielfältige Kulturszene in Spandau gestärkt und nachhaltig gefördert wird. Spandau ist seit einigen Jahren ein bedeutender Standort für Kunst und Kultur. Umso wichtiger ist es, dieses Angebot weiter auszubauen und verstärkt in den dezentralen Raum zu tragen. Wir möchten alle Kulturschaffenden in Spandau ermutigen, sich auch im kommenden Jahr mit ihren Projekten für eine Förderung zu bewerben.“

Für Rückmeldungen wenden Sie sich gern an Melanie Alperstaedt: presse@zitadelle-berlin.de, Tel.: 354 944 – 400

Die 2026 geförderten Projekte:

„Kunst, Kultur, Neu-Kladow: eine Kleine Galerie und große Kultur“: Kladower Forum e. V.

Ziel des Projekts ist es, den Gutspark Neukladow – insbesondere das Torgebäude am Gutshaus – als einen Kulturstandort in Spandau zu etablieren. Geplant ist ein vielseitiges Programm aus Kunst, Musik, Tanz und Lesungen mit internationalen Künstler*innen. Konzerte, Veranstaltungen und Lesungen werden dabei gezielt mit Ausstellungen und Vernissagen im Torgebäude verknüpft.

„Musik in Spandau – Musik für Spandau – 70 Jahre Frauenchor“: Frauenchor Spandau 1956 e. V.

Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens gibt der Frauenchor Spandau am 30. Mai 2026 ein Konzert mit geistlicher Musik in der Kirche St. Marien in Behnitz. Gegründet wurde der Chor am 31. Mai 1956 als Spandauer Singekreis. Das Jubiläumskonzert stellt ein besonderes musikalisches Projekt dar: Aufgeführt werden unter anderem Werke, die eigens für den Frauenchor komponiert wurden. 

„48 Stunden Spandau“: Kirchenkreis Spandau

Geplant ist ein dezentrales Kirchen- und Kulturfestival im gesamten Bezirk, angelehnt an das Konzept „48 Stunden Neukölln“. Die kulturellen Höhepunkte werden im Festivalzentrum St. Nikolai gebündelt und präsentiert. Ziel ist ein niedrigschwelliges, gut zugängliches Kulturangebot, das über ein ganzes Wochenende hinweg neue Zielgruppen anspricht.

„Kultur für Spandau“: Al-Farabi Musikakademie e. V.

Mit dem Projekt wird im Jahr 2026 ein deutlich erweitertes und neu konzipiertes Kulturangebot im Bezirk Spandau geschaffen. Es steht für einen strukturellen und inhaltlichen Ausbau der kulturellen Infrastruktur, der gezielt auf aktuelle Bedarfe vor Ort reagiert. Zu den innovativen Elementen zählen ein Crossover-Wanderchor, eine intergenerationelle Zusammenarbeit, fünf eintägige Workshops für alle Altersgruppen, dezentrale Auftritte sowie die Einführung eines zentralen Instrumentalkurses.

„Träumen unter Bäumen – musikalische Begegnungen in Spandau“: Komma Klub e. V.

Geplant sind monatliche Jazzkonzerte an öffentlichen Orten und in Parks in Spandau. Das Angebot ist kostenfrei und offen für Menschen aller Altersgruppen und kulturellen Hintergründe. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Austausch und Gemeinschaft. Ergänzt wird das Programm durch frisch zubereitete Speisen vor Ort sowie die Einbindung junger lokaler Musiker*innen. Leitgedanke ist es, Kultur dorthin zu bringen, wo die Menschen in Spandau leben.

„Oublie el nur / Vergessen das Licht“: jugendtheaterwerkstatt Spandau e. V.

Die Stückentwicklung thematisiert die mentale Belastung durch Armut und basiert auf einer vorangegangenen Recherche im Kiez. Geplant sind drei kostenfreie Aufführungen in der jtw, realisiert mit einem übergenerationellen Bürger*innenensemble.

„Zwischen den Zeiten: Neuklaow als Erinnerungsraum“: Elke Burkert

Geplant ist ein internationales, interdisziplinäres Künstler*innen-Symposium mit Residenzprogramm, das als globales Atelier angelegt ist. Im Mittelpunkt steht der Austausch über künstlerische Formen des Erinnerns und Überlieferns. Neukladow wird dabei als ein Raum verstanden, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen und Erinnerung in einem fortwährenden Prozess des Übergangs neu entsteht.

„DEUTSCHWALD – ein Horrormaerchen“: Susanne Claus

Die Inszenierung ist eine satirische Auseinandersetzung mit Mythen, Märchen und Maschinen, umgesetzt mit den Mitteln des Figurentheaters. In einer bitterbösen, dystopischen Stückentwicklung verhandelt sie Themen wie Manipulation und Ohnmacht, den Einfluss moderner Technologien sowie die Ausbreitung radikaler Ideologien. Im Zentrum steht die Frage, wie insbesondere junge Menschen heute Orientierung finden können.

„1. Spandauer Kunstfilm Festival“: Moritz Frei

Geplant ist ein zweitägiges, mobiles Kunstfilmfestival im öffentlichen Raum. Zentrales Element ist die „Moving Image Sculpture“ als mobiles Mini-Kino. Zwei Routen führen durch das Falkenhagener Feld sowie von Spandau-Mitte bis zur Zitadelle. Unter dem Motto „Hoheitszeichen“ setzt sich das Festival mit Diversität, Geschichte und dem urbanen Raum auseinander. Das Angebot ist kostenfrei, niedrigschwellig und inklusiv gestaltet.

„Auf Kante – Mural & Installation zu historischen Hausbesetzungen und aktueller Mietsituation in Berlin Spandau“: Various & Gould

Das dreiteilige Projekt umfasst eine Ausstellung im Zeughaus auf der Zitadelle Spandau. Ausgangspunkt sind die Hausbesetzungen in Spandau in den 1980er-Jahren sowie aktuelle Fragen zu Wohnungsnot, Verdrängung und städtischer Teilhabe. Projektteil 1 bildet ein Wandbild im öffentlichen Raum, Projektteil 2 beinhaltet partizipative Workshops, und Projektteil 3 ist eine Kunstinstallation in einer Sonderausstellung zu Protestbewegungen, die ab Herbst 2026 auf der Zitadelle stattfindet.

„Arbeit ohne Recht und Lohn. Zwangsarbeit für den Krieg bei Siemens & Halske“: Evangelische Kirchengemeinde Siemensstadt/ Kirche.Kiez.Kultur

Geplant ist die Erarbeitung einer detaillierten Ausstellung über die in der evangelischen Kirchengemeinde während der Jahre 1940 bis 1945 internierten Zwangsarbeiterinnen. Die Ausstellung setzt diese Schicksale in Bezug zur Entwicklung des Siemens-Konzerns und zur historischen Situation im Nationalsozialismus. Grundlage ist sorgfältige Archivforschung, mit dem Ziel, eine gemeinsame Erinnerungsarbeit des Siemens-Konzerns, der Kirchengemeinde und der ansässigen Bevölkerung anzustoßen.

„Gatower Theatersommer“: Gemeindewesen Heerstraße Nord e. V.

Als Fortsetzung der erfolgreichen Veranstaltungen von 2024 und 2025 findet auch in diesem Jahr wieder ein Theatersommer im öffentlichen Raum in der Bezirksregion Gatow statt. Künstler*innen aus Deutschland und dem Ausland präsentieren über fünf Tage hinweg ihre Programme. Das Angebot umfasst Theateraufführungen, musikalische Darbietungen, artistische Performances sowie Tanzgruppen.

„Diversity in Harmony 2026. Sieben Konzerte im Yun-Haus Berlin Kladow“: Internationale Isang Yun Gesellschaft e. V.

Die Internationale Isang Yun Gesellschaft plant 2026 sieben Konzerte im Yun-Haus Berlin-Kladow. Die Programme orientieren sich am 20. Jahrhundert, spiegeln aber auch unsere Gegenwart wider, unter anderem durch Uraufführungen von Johannes Nied, Sven-Ingo Koch, Bahar Royaee und Katia Tchemberdji. Die ausführenden Musikerinnen und Musiker stammen überwiegend aus der freien internationalen Szene und repräsentieren durch ihre Herkunft zahlreiche Regionen der Welt, darunter Neuseeland, Japan, Israel, Spanien, die USA und Russland.

„Co-Respondent – Soft Corps (Arbeitstitel)“: Frederik Britzlmair

Geplant ist eine audio-gesteuerte, ortsspezifische LARP-Performance (Live-Action-Role-Play) im Außenbereich der Zitadelle. Zwischen 40 und 60 Erwachsene nehmen teil, unterstützt von sechs Performerinnen als Impulsgeberinnen. Im Mittelpunkt steht eine choreografische, kollektive Bewegungsarbeit, die sich mit der militarisierten und männlich dominierten Geschichtsstruktur der Zitadelle auseinandersetzt. Ergänzt wird das Projekt durch eine filmische Dokumentation und eine Videoarbeit. Die Performance ist öffentlich und kostenfrei zugänglich.

„Spannende Spandauerinnen – Frauen, die Spandau prägen“: Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954 e.V. Förderverein Museum Spandau – Geschichtsverein Spandau e. V.

Die Broschüre „Spannende Spandauerinnen“ widmet sich Frauen, die Spandau historisch, kulturell, sozial oder politisch geprägt haben – von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Das rund 80–100 Seiten starke Projekt wird von einem interdisziplinären Redaktionsteam mit wissenschaftlicher, künstlerischer und lokalhistorischer Expertise umgesetzt.

Bezirksamt Spandau von Berlin

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